19.10.26

Die Geodateninfrastruktur Brandenburg (GDI-BB) der Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg bündelt geografische Informationen aus unterschiedlichen Quellen und macht sie für Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Öffentlichkeit zugänglich. Dazu gehören Tausende Datensätze, etwa zu Landschaften, Gebäuden, Infrastruktur und Umwelt. Mehr als 100 Verwaltungen und Institutionen stellen ihre Daten über das Geoportal Brandenburg und weitere digitale Anwendungen bereit. So lassen sich die Informationen leichter finden, miteinander verknüpfen und für unterschiedliche Zwecke nutzen.

Wärmebelastungsindex zeigt, wo es besonders heiß wird in Brandenburg

Eine besondere Themenkarte im Geoportal Brandenburg ist der Wärmebelastungsindex, der Klima- und Klimafolgendaten auf einer flächendeckenden Karte visualisiert und bereitstellt.
Die Themenkarte zeigt, wo in Brandenburg besonders hohe thermische Belastungen auftreten können. In die Berechnung fließen unter anderem die Landoberflächentemperatur, die Vegetationsdichte und -vitalität, der Versiegelungsgrad sowie die Gebäudevolumendichte ein. Die Daten liegen in einer räumlichen Auflösung von zehn mal zehn Metern vor. Dadurch werden auch kleinräumige Unterschiede sichtbar. Stark versiegelte und dicht bebaute Gebiete sind als sogenannte Hitzeinseln erkennbar, während klimatisch günstigere Bereiche als Klima-Oasen hervortreten.

Auch der Prototyp des KlimaViewer Brandenburg stellt seit dem Start im Juli 2026 eine Auswahl vorhandener Analysen und Datensätze zur Verfügung. Die interaktive Webanwendung erleichtert es, regionale Unterschiede und mögliche Belastungen zu erkennen und kann Kommunen und anderen Akteuren dabei helfen, geeignete Maßnahmen zur Klimaanpassung zu planen. Die bereitgestellten Informationen geben beispielsweise Hinweise darauf, wo Begrünung, zusätzliche Verschattung oder Trinkbrunnen besonders sinnvoll sein könnten. Neben urbanen Wärmebelastungen bietet der KlimaViewer Auswertungen zu Temperatur, Niederschlag und Wasserhaushalt. Damit lassen sich unter anderem mögliche Veränderungen durch den Klimawandel räumlich nachvollziehen.

Das Angebot soll in den kommenden Monaten schrittweise weiter wachsen. Geplant ist, weitere Modellauswertungen auf Grundlage des sechsten Sachstandsberichts des Weltklimarats (IPCC) einzubinden und zusätzliche Funktionen bereitzustellen. Die Informationen können in fachbezogene Anwendungen integriert und für kommunale, betriebliche und wissenschaftliche Fragestellungen verwendet werden.

 


Beobachteter Klimawandel in Brandenburg: Abweichung der Jahresmitteltemperatur zu 1961 – 1990 in °C / Grafik: Landesregierung Brandenburg Ministerium für Wirtschaft, Energie, Klimaschutz und Europa

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