Zur Förderung eines aktiven Klimaschutzes wird in der Gemeinde Schönefeld ein Konzept für eine klimabewusste und emissionsarme Entwicklung erarbeitet.
Ende letzten Jahres waren die Bürger*innen Schönefelds dazu aufgefordert an einer Online-Umfrage zum Klimaschutz in der Gemeinde teilzunehmen, Ideen und Anregungen zu geben und auf regionale Besonderheiten hinzuweisen. Die Ergebnisse der Umfrage liegen nun vor und zeigen, dass erneuerbare Energien grundsätzlich befürwortet werden, wobei Photovoltaik klar im Vordergrund steht. Besonders die Nutzung von Dachflächen auf öffentlichen, gewerblichen und privaten Gebäuden (96 % der Umfrage-Teilnehmenden befürworten Dach-Photovoltaik oder stehen ihr neutral gegenüber) sowie auf Parkplätzen (87 % Befürwortung oder Neutralität) und bereits versiegelten Flächen findet breite Zustimmung. Freiflächen sollen dagegen nur sehr zurückhaltend genutzt werden, bevorzugt in Form von Agri-Photovoltaik oder auf ohnehin nicht nutzbaren Arealen, so die mehrheitliche Meinung. Windenergie stößt überwiegend auf Ablehnung, was vor allem mit der Nähe zum Flughafen, dem Landschaftsbild und einem als ungünstig empfundenen Ressourcenverbrauch begründet wird. Viele Teilnehmende äußern zudem den Wunsch nach mehr Energieautarkie, dezentralen Versorgungslösungen, Batteriespeichern und einer besseren Nutzung bestehender Anlagen.
Von der Gemeinde wünschen sich die Teilnehmenden neben Informations- und Bildungsangeboten vor allem konkrete und sichtbare Maßnahmen. Genannt wurden unter anderem mehr Baumpflanzungen, der Erhalt und die Renaturierung naturnaher Flächen, grüne und schattige Aufenthaltsorte, Trinkwasserbrunnen sowie Regenwasserspeicher. Ebenso wichtig sind der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und des Radwegenetzes sowie eine vorausschauende kommunale Energie- und Wärmeplanung. Photovoltaik auf öffentlichen Gebäuden, die Nutzung von Abwärme, Bürgerenergiegenossenschaften und eine stärkere Bürgerbeteiligung werden als zentrale Hebel gesehen. Gleichzeitig wird ein pragmatischer, unbürokratischer und kostenbewusster Ansatz eingefordert.
Weitere Anregungen wie Repaircafés, lokale Produktmärkte, Förderprogramme für private Maßnahmen, Beteiligungsmodelle an Energieprojekten oder Sharing-Angebote werden als sinnvolle Ergänzungen genannt und sollen in einem Maßnahmenkatalog weiter vertieft werden. Insgesamt macht die Befragung deutlich, dass in Schönefeld durchaus eine Bereitschaft zur Mitgestaltung der Energiewende und Klimaanpassung besteht, verbunden mit klaren Erwartungen an Transparenz, Beteiligung und eine sichtbare Vorbildrolle der Gemeinde.
Alle eingehenden Hinweise aus der Umfrage werden nun ausgewertet und fließen direkt in das Klimaschutzkonzept der Gemeinde Schönefeld ein. (jm)