Großziethen_Feld Gropiusstadt

Portrait des Ortes

Großziethen ist der nördlichste Ortsteil unserer Gemeinde und gleichzeitig der nördlichste Bereich im Landkreis Dahme-Spreewald.

Im Zentrum des Ortsteils, auf dem ehemaligen Dorfanger, erhebt sich der 1877 gebaute Westturm der alten Kirche die in den Jahren 1983-1987 rekonstruiert wurde. Weitere Zeugen vergangener Zeiten sind die Friedhofskapelle und die alte Schule, die mehrfach erweitert wurde. Seit April 2005 steht den Schülern eine moderne Mehrzweckhalle zur Verfügung. Im Jahr 2006 wurde die Paul-Maar-Grundschule eingeweiht. Diese steht den Schülern als verlässliche Halbtagsgrundschule mit Hort und ergänzendem Angebot zur Verfügung. Heute zeigt sich, wie notwendig die rasche Errichtung der Schule war.

 

Sportliche Aktivitäten werden mit Fußball, Tennis, Gymnastik, Reiten und Fitness angeboten. In der Seniorenresidenz im „Erlenweg“ können ältere Menschen auf Wunsch auch eine altersgerechte Betreuung erfahren.

 

Zahlreiche Gewerbetreibende haben sich in Großziethen angesiedelt und bieten ihre Dienste an. Boutiquen, Floristen, Sonnenstudios, Reisebüros, ein Getränkemarkt, Reiterbedarf und Friseur- und Kosmetiksalons runden das Angebot ab. Ob Café, Imbiss oder Gaststätte, es gibt viele Angebote für den Gaumen in Großziethen. Pensionen und Hotels sorgen für eine ausgezeichnete Unterbringung der Besucher.

 

Kleinziethen als Teil von Großziethen liegt rund zwei Kilometer südlich von Großziethen an der Landesstraße L75. In Kleinziethen befindet sich ein Gewerbehof der Berliner Stadtgüter. Auch ein neues kleines Wohngebiet hat sich entwickelt.

Rotberg Dorfeingang links2

Geschichte

1375 – Erste Erwähnung

Die Dorfkirche in Großziethen stammt aus einer Zeit, die vor der ersten urkundlichen Erwähnung des Ortes liegt. Im Landbuch Kaiser Karls des Vierten aus dem Jahre 1375 wird Groß Cziten erwähnt. Cziten kommt vom wendischen Zita, was Getreidefeld bedeutet. 1375 hatte Großziethen 60 Hufen (Bezeichnung für ein Bauerngut oder Gehöft das von einer Familie bewirtschaftet wurde). Fünf Hufen gehörten dem Pfarrer und für 41 Pachthufen, erhoben vor allem Berliner Bürger Pacht, Zins und Bede (alte Steuerform). Es waren 9 Kossäthen (Dorfbewohner, die einen Kotten bzw. eine Kate besaßen) und ein Krug (ländliche Gaststätte) vorhanden.

 

1600 bis 1900

Im Jahre 1624 waren in Großziethen 11 Hüffner mit 50 Pachthufen und 6 Kossäthen und ein Müller ansässig. Im 30-jährigen Krieg wurden 6 Hüfner vertrieben oder getötet. Zwei Hufen blieben auch viele Jahre nach Beendigung des 30-jährigen Krieges unbesetzt.

 

Klein Ziethen (früher Lutken-Cziten und seit 1652 Klein Ziethen geschrieben) war ein zu Großziethen gehörendes eingepfarrtes Dorf mit 42 Hufen. Ehemals war es ein Rittergut, welches dem Ritterschaftsrath Moser gehörte.

 

1760 wurde die Gemeinde während des 7-jährigen Krieges nach der Schlacht von Kunnersdorf von Österreichern und Russen geplündert. 20 Jahre später vertauschte August Ferdinand von Flauss die beiden Güter an die Familie von Zastrow. 1809 erwarb Leutnant von Quast die Güter, um sie kurze Zeit später an den Grafen von Bohlen zu veräußern. 1814 erwarb der Kaufmann Braumüller aus Berlin die Güter.

 

Pfingsten 1835 brannte der halbe Ort nieder.

1890 kauft der Ritterschaftsrath Keller beide Güter und veräußert sie zwei Jahre später an die Gemeinde Steglitz.

 

1900 bis zur Gegenwart

1904 wurde der Berliner Kommerzienrat Gilke neuer Besitzer des Gutes Großziethen.

Bevor Großziethen 1945 von russischen Truppen eingenommen wurde, erlebte die damalige Gemeinde schwere Bombenangriffe. Ab 1961 fristete Großziethen ein „Mauerblümchen-Dasein“, abgelegen und dem Besucher ohne Passierschein in einigen Teilen verschlossen. Bis zur Grenzöffnung am 9. November 1989 verharrte Großziethen im „Dornröschenschlaf“, da es nur von Süden her eine Zufahrt gab.

 

Seit 1990 ist Großziethen wieder aus allen vier Himmelsrichtungen erreichbar.

grossziethen

Wappen des Ortsteils Großziethen

Wappenbeschreibung (Blasionierung)

In Grün, gespalten durch eine eingebogene goldene Spitze, vorne und hinten je eine zur Spaltungslinie geneigte goldene Ähre, unten eine grüne Kopfweide.

 

Erläuterung

Die Spitzenteilung symbolisiert die in das Stadtgebiet Berlin hineinragende Ortslage.

 

Gleichzeitig ist die Spitze als Ausschnitt der Windrose des Schönefelder Gemeindewappen zu sehen und spiegelt somit die Zugehörigkeit zu dieser Gemeinde wieder.

 

Die Ähren reflektieren das früher stark landwirtschaftlich geprägte Erwerbsleben der Bevölkerung. Diese Aussage wird durch die Farbgebung in Grün und Gold unterstrichen, den traditionellen Farben der Landwirtschaft. Die Zahl der beiden Ähren steht ferne für die beiden Ortsteile Groß- und Kleinziethen, aus denen die früher eigenständige Gemeinde hauptsächlich bestand.

 

Die Kopfweide lehnt sich an eine mögliche, jedoch umstrittene Ableitung des Ortsnamen vom slawischen Sit’n in der Bedeutung von Binsen oder Riedgras an und verweist auf den dadurch ausgedrückten feuchten Standort.

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