28.04.21

Autodiebe werden nicht nur dreister, sondern offenbar auch immer raffinierter. Derzeit beobachtet die Polizeiinspektion vermehrt Diebstähle von Autos, die mit so genannten Keyless Go-Systemen ausgestattet sind. Diese funktionieren über ein Sendesignal zwischen Schlüssel oder Karte und der Elektronik des Autos. Diebe machen sich die Funksignaltechnik mit einem Reichweitenverlängerer zu nutze und können so bequem ins Auto einsteigen und dieses starten. Wie die Polizei mitteilt, wurden allein im Gemeindegebiet Schönefeld bis Ende April 2021 neun zum Teil sehr hochwertige Autos auf diese Weise entwendet. Die gute Nachricht: Autobesitzer sind den Dieben nicht schutzlos ausgeliefert. Im Handel bieten unterschiedlichste Hersteller kleine Hilfsmittel an. 

Alles Wichtige rund um das Keyless Go-System hat die Schönefelder Polizei hier zusammengefasst: 

Was ist Keyless Go

Keyless Go ist eine Wortmarke der Daimler AG. Systeme mit vergleichbarer Funktionsweise werden von den unterschiedlichen Herstellern unter anderen Produktnamen angeboten. Bei Ford heißt es KeyFree Power, VW nennt es Kessy, Audi hingegen Komfortschlüssel, Mazda begnügt sich mit Login, bei BMW wird es als Komfortzugang bezeichnet.

Alle Keyless-Systeme bestehen aus zwei Komponenten. Zum Einen aus einer Sendeeinheit als Schlüssel bzw. Karte, die der Nutzer des Autos bei sich führt und zum Anderen aus einer Empfangs- und Schalteinheit im Auto, die die Autotür frei gibt und das Starten des Autos zulässt. 

Wie funktionieren Keyless-Systeme?

Ohne hier auf technische Details wie Funkfrequenzen, oder Codierung und Dekodierung einzugehen, kann man die Funktionsweise vereinfacht wie folgt darstellen. Der Sender, „getarnt“ als Autoschlüssel oder Chip-Karte, befindet sich in der Jackentasche des Nutzers oder in der Umhängetasche der Nutzerin. Er kündigt die Fahrabsicht dem Auto bei Annäherung an. Das Funksignal wird vom Empfänger im Auto verarbeitet. Befindet sich der Fahrer bzw. die Fahrerin nun unmittelbar am Auto, wird die Tür entriegelt. Wenn der Platz dann hinter dem Lenkrad eingenommen ist, kann das Auto gestartet werden und die Reise geht los.

Schwächen des Keyless-Systems

Keyless-Systeme sind für den Nutzer bequem in der Anwendung, leider aber nicht der sicherste Diebstahlsschutz. Autodiebe haben sich bereits seit längerer Zeit auf den Diebstahl von hochwertigen Fahrzeugen, welche mit einem Keyless-System ausgestattet sind, spezialisiert. Der Diebstahl kann jedoch nur gelingen, wenn der ahnungslose Besitzer sie dabei „unterstützt“. Wer kennt es nicht, nach einem langen Tag auf der Arbeit nach Hause kommen, die Jacke bzw. die Handtasche an den Garderobenhaken im Flur hängen und die Erholung mit der Familie suchen. Meist bleibt der Sender des Keyless-Systems nicht weiter beachtet bis zum nächsten Tag genau dort. In der Zwischenzeit geht das Auto als Empfänger in den Standby Modus und der Sender macht genau das, wozu er gebaut ist – er sendet!

Türen, Fenster und auch Wände schirmen die Funkwellen nicht vollständig ab, so dass das Signal unter Umständen bis in den Vorgarten reicht. Diesen Umstand machen sich Autodiebe zu nutzen. Die Diebe schleichen ausgestattet mit einem Reichweitenverlängerer (Relaisstation) um die Häuser und erhöhen damit die Funkreichweite des Senders bis zum Auto. Die Reichweite des Senders kann so mehrere 100 Meter betragen. Ein Komplize kann nun das Auto öffnen und starten. Für die Fahrt selbst ist der Sender bzw. dessen Funksignal nicht mehr erforderlich. Im Übrigen funktioniert diese Begehungsweise nicht nur im häuslichen Umfeld. Leider waren bereits Autodiebstähle am Arbeitsplatz oder während Freizeitaktivitäten zu verzeichnen, zu denen mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Reichweitenverlängerer zur Anwendung kam.

 Wie kann ich mein Eigentum schützen?

Mit ganz einfachen Mitteln können Fahrzeugbesitzer den Tätern die Möglichkeit des Diebstahls erschweren bzw. gänzlich vereiteln. Um das Funksignal des Senders Ihres Keyless-Systems für Diebe unzugänglich zu machen, müssen Sie jetzt keinen Keller für Ihr Haus als Aufbewahrungsort planen und bauen. Unterschiedlichste Hersteller bieten kleine Helferchen an, die das Funksignal des Senders ausreichend abschirmen. So gibt es Einsteckhüllen für die Kartenmodelle oder kleine Transportboxen für die Schlüssel. Um eine sichere Aufbewahrung im häuslichen Umfeld zu gewährleisten, werden auch Schmuckkästchen angeboten, die dem ästhetisch geprägtem Auge der Hausherrin im Flur zur Aufbewahrung der Sender gefallen. Auch eine technische Lösung ist erhältlich. Hierbei wird ein Mikrochip in den Schlüssel eingelegt, welcher dafür sorgt, dass auch der Sender in den Standby Modus gehen kann.

Weitere wertvolle Hinweise rund um das Thema Diebstahlsschutz erhalten Interessierte bei der polizeilichen Beratungsstelle unter Telefon  03375/270-1080.

 

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