Kiekebusch_Pferde

Portrait des Ortes

Kiekebusch zeigt sich heute noch als ein fast ausschließlich von der Landwirtschaft geprägtes märkisches Dorf in dem es sich für den, der Ruhe sucht, herrlich im Grünen wohnen lässt. So wurden in den Jahren nach der Wiedervereinigung Bauernhäuser schmuck renoviert und neue Einfamilienhäuser gebaut.

 

Aufgrund der verkehrsgünstigen Lage zur Autobahn und zum Flughafen Schönefeld wurde vor einigen Jahren die Errichtung des Gewerbeparks „Schönefelder Kreuz“ geplant. Derzeit sind im Ort einige Firmen und Gewerbetreibende ansässig.

 

Die rechteckige Feldsteinkirche wurde 1693/1694 erbaut, ihren Turm erhielt sie 1718. Die Kirche, deren Umfassungsmauer aus dem Mittelalter stammt, besitzt ein ehrwürdiges Kunstwerk, einen sandsteinernen Taufstein, der wahrscheinlich am Anfang des 15. Jahrhunderts geschaffen wurde und zu den ältesten im Kreis Dahme-Spreewald gehört. Inzwischen wurde der Altar in seinen alten Farben restauriert.

 

Da, wo 1683 ein Schneidermeister den ersten Schulunterricht in Kiekebusch abhielt, ist inzwischen der liebevoll hergerichtete „Generationstreff“ entstanden. Beim traditionellen Osterfeuer feiern Jung und Alt aus Kiekebusch zusammen. Die dörfliche Gemütlichkeit von Kiekebusch hat sich bis weit über die Grenzen dieses kleinen Ortes herumgesprochen.

 

In Kiekebusch befindet sich der erste Tierfriedhof der Gemeinde Schönefeld.

Ortsporträt Kiekebusch_Dorfhaus und Feld

Geschichte

1375 – Erste bekannte Erwähnung

Kiekebusch scheint seinen Namen wohl von seiner Lage des „Busches“ zu haben, wie auch jetzt noch die Niederung am Flutgraben heißt. Ebenso wenig wie über die Entstehung des Namens, ist Genaueres über die erste Gründungszeit des Gutes und des Dorfes bekannt.

 

Die ersten Nachrichten über Kiekebusch aus dem Jahre 1375 besagen, dass das Dorf 42 Hufen (Bezeichnung für ein Bauerngut oder Gehöft das von einer Familie bewirtschaftet wurde) besaß, von denen der Pfarrer drei und der Schulze fünf hatten. Die Zahl der Bauern wird nicht angegeben, aber es werden sieben Kossäthen (Dorfbewohner, die einen Kotten bzw. eine Kate besaßen) erwähnt. Erst das Schloßkataster vom Jahre 1624 erwähnt, dass es früher 11 Pacht und Zins zahlende Hüfner gab.

 

Der älteste bekannte Besitzer von Kiekebusch war ein Herr Danis, wahrscheinlich ein Edler von Dame. Im Jahre 1373 wird ein Richard von Dame als Gefolgsmann des Kaisers benannt. Henning von Reichenbach, der auch in Schulzendorf Besitzungen hatte, kaufte in diesem Jahr das Dorf von ihm. Er übte die Gerichtsbarkeit aus und besaß das Patronatsrecht in Kiekebusch.

 

1400 bis 1800

Im Jahre 1493 belehnte der Kurfürst Friedrich die Gebrüder Otto und Heinrich von Hacke mit dem Dorf. Nach dem Schloßregister vom Jahre 1450 besaßen diese die gutsherrschaftlichen Rechte gemeinsam mit einem Mußlow, der auch in Glienicke und Schönefeld ansässig war.

 

Im 16. Jahrhundert waren die Herren von Hacke im Besitz des ganzen Dorfes und der 32 Stücken Landes, genannt das Vorwerk – zwischen Kiekebusch und Waltersdorf. Zu diesem Lehnsgut wurden am Ende des 16. Jahrhunderts zwei Bauerngüter zugekauft und daraus später ein Rittergut gebildet.

 

Der größte Teil des Dorfes wurde im 30-jährigen Kriege verwüstet, so dass im Jahre 1651 nur die Bauern Nagel, Friedrich und Grothe im Orte waren. Nach den Hufentabellen waren jedoch bereits 1671 wieder neun Hüfer und 5 Kossäthen ansässig.

 

Von der Familie von Hacke gelangte das Rittergut um das Jahr 1650 an Hans Christoph von Beeren, dessen Nachkommen dasselbe bis 1727 besaßen. Im Jahre 1727 kaufte König Friedrich Wilhelm I. das Gut von dem Major von Beeren für die Nebenlinie des königlichen Hauses im Namen des Prinzen Wilhelms. Das Gut wurde als Teil des Amtes Rotzis von der Domänenkammer in Wusterhausen verwaltet und teilte die Schicksale der Herrschaft Königs Wusterhausen.

 

Ab 1800

Das ehemalige Schloß oder Gutshaus befand sich um 1840 in dem „Amtsgarten“ genannten Ackerstück zwischen der Schmiede und dem Grundstück des Büttners. Es brannte im Jahre 1842 am 31. August mit einem Teil des Ortes ab und wurde nicht wieder aufgebaut.

 

Die Verwaltung des Gutes übte der Domänenpächter in Rotzis aus, bis im Jahre 1860 für das Rittergut Kiekebusch die Domäne Karlshof an der Brusendorfer Straße gegründet wurde.

kiekebusch

Wappen des Ortsteils Kiekebusch

Wappenbeschreibung (Blasionierung)

In Gold ein rot-bordieres silbernes Stützbogenhochkreuz, belegt mit einem roten Fadenkreuz, der untere Längsbalken überdeckt von einem grünen Busch.

 

Erläuterung

Während das Kreuz die Lage der Ortschaft am Schönefelder Kreuz versinnbildlichen soll, das eine der wichtigsten Autobahnverbindungen im Südosten Berlins darstellt, verweist der grüne Busch als redendes Element auf den Ortsnamen.

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